Mein etwas anderes Leben

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Leukämie Tag 169

sonja | 26 Juni, 2006 12:39

Ich will weinen, aber es geht nicht. Leo ist tot und es ist meine Schuld. Ich habe ihr zu dieser OP geraten, immer wieder. Sie sollte nicht aufgeben oder ich wollte nicht wahr haben, dass sie wirklich sterben würde. Leo sagte, dass sie sterben wird, aber ich wollte nicht, dass sie geht. Die Operation würde ihr helfen, also gab es noch eine Chance.

Ich ertrage nicht, dass ich Leo in den Tod geschickt habe. Ich hätte sie festhalten sollen. Sie hat es doch gesagt, warum habe ich nicht zugehört?
Die Schwester, die ich nicht kenne, sagt, dass Leo tot ist. Sofort sieht sie, dass ich es nicht gewusst habe. Leo ist tot? Aber alle sagen doch, dass es ihr besser geht. Sie ist tot, darum geht es ihr besser? War es so gemeint?
Die Schwester, die ich nicht kenne, will gleich wieder da sein. Ich kann nicht verstehen, was sie mir da gerade gesagt hat.
Die Schwester kommt wieder und gibt mir eine Tablette. Ich soll mich nicht aufregen. Ich soll schlafen. Warum geht die Schwester nicht endlich? Ich will keine Tablette, aber ich will, dass sie geht. Ich nehme die Tablette und trinke ein Schluck Wasser. Dann lege ich mich wieder zurück, das will sie doch bestimmt. Ich mache die Augen zu, ich soll doch schlafen.
Die Schwester, die ich nicht kenne, sagt, dass sie gleich nochmal nach mir sieht. Endlich geht sie. Ich spucke die Tablette auf den Boden.
Leo.... Was hab ich nur getan? Das ertrage ich nicht. Ich hätte Dir zuhören sollen.
Ich ziehe den Nachttisch mit dem Computer zu mir. Er ist noch an. Ich muss schreiben. Leo ist tot und es ist meine Schuld. Was habe ich Dir nur angetan?
Beim Schreiben, fällt mir auf, dass mir niemand helfen kann. Ich habe Leo ermutigt, sich operieren zu lassen und ich muss damit alleine klar kommen. Was mache ich hier überhaupt? Mir kann keiner diese Schuld abnehmen.
Als Schwester Tina zum Wecken ins Zimmer kommt, bin ich immer noch wach. Konnte nicht schlafen. Mir ist schrecklich kalt. Schwester Tina ist so fröhlich. Als sie Fieber misst, wird sie ernst. Schwester Marion soll den Arzt holen und er ist auch sehr schnell da. Ich habe 39,9°C Fieber und er guckt in meine Akte. Ich höre den Arzt schimpfen, weil nichts in der Akte steht. Er schimpft weiter, geht aber mit Schwester Tina raus. Ich soll nichts hören.
Schwester Marion bleibt bei mir und ich frage nach Leo. Ich soll mir keine Sorgen machen, sagt sie. Sie weiß nicht, dass ich es weiß. Ich sage nichts mehr und lasse sie das Pflaster vom Katheter für die Herzbeutel-Flüssigkeit erneuern. Schwester Tina kommt noch nicht zurück und Schwester Marion erneuert auch das Pflaster vom Hickman. Ich wasche mich im Bett und Schwester Marion hilft mir dabei. Dann kommt Schwester Tina wieder und hilft auch mit. Sie tut so, als wenn alles in Ordnung wäre. Der Arzt kommt nun auch zurück. Er sieht sich meinen Mund und Hals an, aber beides ist besser geworden. Schmerzen habe ich auch keine. Er hört Herz und Lunge ab und drückt auf meinen Bauch rum. Ich frage ihn, ob es Leo gut geht, doch er sagt nur, dass es jetzt erst mal wichtig ist, dass wir mein Fieber runter bekommen. Die Menge, die im Urinbeutel ist, wird aufgeschrieben, der Beutel geleert. Bevor der Arzt aus dem Zimmer geht, nimmt er sich Blutproben. Dann gehen alle aus dem Zimmer.
Mir ist alles egal. Warum soll ich noch etwas fragen, wenn sie mich doch belügen. Warum sagen sie mir nicht einfach die Wahrheit?
Um kurz nach acht, kommt mein Frühstück. Ich habe keinen Hunger, mir ist kalt. Schwester Tina fragt, ob ich denn nicht etwas versuchen möchte. Nein, ich will schlafen. Sie misst Fieber, 39,9°C, lässt das Frühstück stehen und geht.
Es dauert nicht lange, da kommt der Arzt. Die Blutwerte liegen vor und auch er misst nochmal Fieber, 40,0°C. Der Arzt schickt Schwester Tina, um etwas zu holen. Mir ist kalt. Schwester Tina ist schnell wieder da. Sie hat eine Spritze in der Hand und gibt sie dem Arzt. Er hört nochmal mein Herz ab und gibt mir dann die Spritze in die Infusion, die schon die ganze Zeit läuft. Der Arzt sagt, dass ich mich gleich besser fühlen werde. Das habe ich zu Leo auch gesagt. Es wird Dir danach besser gehen, ganz bestimmt. Jetzt ist sie tot. Ich bekomme Angst. Alles ist nebelig und ganz weit weg. Ich sehe noch eine Hand, die auf mich zukommt und dann ist es dunkel.
Als ich wach werde, ist Mama da. Sie macht mir Wadenwickel. Mama macht mir Wadenwickel und sieht besorgt aus. Ich will mich aufsetzen, aber es geht nicht. Ich fühle mich so schwach. Mama sieht, dass ich wach bin. Sie kommt zu mir und kühlt mir das Gesicht. Ich frage sie, ob Leo schon wieder zurück ist. Das lächeln wirkt falsch, aber sie versucht es. Nein, sagt sie, sie glaubt nicht. Ich frage weiter, ob sie weiß, wie es ihr geht. Nein, sie weiß es nicht. Warum sagt sie das? Sie weiß doch, dass sie tot ist und sie weiß, dass ich Leo in den Tod geschickt habe.
Ich bin so müde und mir ist kalt. Schwester Pia kommt rein und sieht, dass ich wach bin. Sie fragt mich, wie ich mich fühle. Wie fühlt man sich, wenn man Schuld an dem Tod seiner kleinen Freundin hat? Gut, sage ich. Ob sich Leo wohl auch gut fühlt, frage ich Schwester Pia. Sie sagt, dass es ihr ganz bestimmt gut geht. Sie fragt mich, worauf ich denn Hunger hätte, aber ich will nichts essen. Ich kann nicht. Schwester Pia legt ihre Hand auf meinen Arm und fragt mich, was los ist und ich sehe sie nur an. Sie sagt, dass ich doch etwas habe. ich schüttel leicht den Kopf und sage, dass ich nur müde bin. Das bin ich wirklich. Müde! Ich mache die Augen zu und schlafe auch gleich ein.
Ich weiß nicht, was Traum und was echt ist. Da redet jemand, aber ich kann ihn nicht richtig verstehen. Ich kann nicht richtig sehen, alles ist doppelt. Jemand streichelt mein Gesicht. Was ist los? Ich sehe Mamas Gesicht. Sie küsst mein Gesicht. Will sie sich verabschieden? Der Arzt hat doch gesagt, dass ich mich gleich besser fühlen werde. Das habe ich auch zu Leo gesagt. Sagt man das so? Mir ist es egal. Ich habe es nicht verdient. Leo.....
Warum lassen sie mich nicht schlafen? Mama zieht mir das Tshirt aus, ich kann ihr nicht helfen. Ich kann meine Arme nicht heben, habe keine Kraft. Schwester Pia hilft ihr. Mir ist so kalt. Schwester Pia klebt Elektroden auf meine Brust. Sie macht ein EKG. Ich bin so müde. Endlich bekomme ich meine Decke. Es geht wieder zurück ins Zimmer. Nein, es geht in den Fahrstuhl und weiter zur Kardiologie. Ich schlafe wieder ein. Mir ist kalt. Ich höre Mama und noch eine Stimme. Ich mache die Augen auf und sehe, dass der Arzt Mama etwas auf dem Monitor zeigt. Ich spüre einen Druck auf der Brust. Der Arzt zeigt Mama mein Herz. Mama sieht die Entzündung auf dem Monitor. Ich schlafe wieder ein.
Als ich wach werde, ist es dunkel. Nur die Notbeleuchtung ist an. Es muss Nacht sein. Was ist das? Wo kommt das her? Wer ist da? Da ist doch einer. Ich drehe den Kopf und sehe, dass Leo da ist. Leo ist zurück. Sie liegt im Bett. Meine Leo ist da. Sie ist nicht tot. "Leo..." Ich rufe sie.
"Schschschsch..........., bleib ganz ruhig, mein Mäuschen", sagt sie.
"Leo......"
Es ist Mama. Sie streichelt mein Gesicht. Du hast geträumt, sagt sie. Es ist 3 Uhr. Wo ist Natalia, will ich wissen. Sie ist bei ihrer Freundin. Mama gibt mir etwas zu trinken und ich sehe,dass sie weint. Das kühle Wasser tut gut. Schwester Alex kommt und misst mein Fieber, 38,7°C. Wie fühlst Du Dich, fragt sie. Ich glaube ganz gut, sage ich. Ich bin nur so müde.
Jemand leuchtet mir in die Augen. Es wird so hell. Ich mache die Augen auf und sehe den Arzt. Es ist wieder Tag, das kann ich draußen sehen. Ich habe nur noch ein OP-Hemd an, so ist es leichter, immer das Herz abzuhören. Heute Nacht war Leo da. Ich drehe den Kopf und sehe zum anderen Bett, doch dann fällt es mir wieder ein. Leo ist nicht da und kommt nie wieder. Sie könnte noch leben, wenn ich nichts gesagt hätte. Die Stimmen werden wieder leise und ich kann die Augen nicht mehr aufhalten. Ich höre sie reden, kann aber nicht verstehen, was sie sagen.
Ich bin wohl eingeschlafen. Mama sitzt am Tisch und liest irgendwelche Unterlagen. Ich schließe die Augen und denke an Leo. Ich bin so traurig, kann aber nicht weinen. Die Tür geht auf und jemand kommt herein. Es ist Schwester Isabelle. Sie spricht mit Mama und kommt dann zu mir. Ich sehe sie an und sie sagt mir, dass sie Fieber messen will. Welchen Tag haben wir, will ich wissen. Sonntag, halb elf. Schwester Isabelle misst Fieber, 39,4°C. Sie fragt mich, ob ich mich mal aufsetzen möchte, es würde mir sicher gut tun. Ich nicke und Schwester Isabelle und Mama helfen mir, dass ich mich aufsetzen kann. Schwester Isabelle will wissen, wie ich mich fühle. Gut. Sie fragt, ob ich mich auf die Bettkannte setzen möchte. Wieder nicke ich. Sie helfen mir, dass ich mich auf die Kante setzen kann. Ich habe keine Kraft. Mir ist etwas schwindelig, aber es geht. Weil ich so an die Seite gerutscht bin, ist das OP-Hemd auch an die Seite gerutscht. Ich sehe runter und kann nicht glauben, was ich da sehe. Das kann doch wohl nicht wahr sein oder doch? Eine Pampers? So weit ist es also schon? Ich beiße mir ganz fest auf die Zunge, jetzt blos nicht weinen. Ich muss auf die Toilette, sage ich. Schwester Isabelle hält mich fest und ich versuche aufzustehen. Kaum habe ich die Füße auf den Boden, knicke ich weg. Ich habe keine Kraft mehr. Schwester Isabelle setzt mich wieder aufs Bett. Das reicht erst mal, sagt sie. Ich soll mich wieder hinlegen. Mama und Schwester Isabelle helfen mir, ins Bett zu kommen. Ich kann mich nicht auf die Seite legen, es tut weh.
Schwester Isabelle geht los, um die Pfanne zu holen. Sie ist schnell wieder da und hat auch ein langes Kissen dabei. Sie stellt Kissen und Pfanne an die Seite und schiebt die Decke rüber. Das mache ich selbst, sage ich. Mama kommt mir zu Hilfe und Schwester Isabelle geht raus. Als Mama die Pampers abgemacht hat, sage ich, dass ich doch nicht muss. Das macht doch nichts, sagt Mama. Sie greift in das untere Fach des Rollwagens und holt eine Pampers raus. Ich sehe Mama an und frage sie, was das soll. Sie legt sie wieder weg und kommt zu mir. Du hattest hohes Fieber und hast fantasiert, sagt sie. Gut, sage ich, aber jetzt geht es mir besser. Ich frage Mama, was mit Leo ist. Wieder dieses lachen. Ich habe wohl geträumt, sage ich. Mama nickt und sagt, dass ich das wohl habe.
Leo, ich wollte das nicht. Ich werde nie die Gelegenheit haben, das wieder gut zu machen. Ihre Mama muss mich hassen. Ich sehe Leos Mama direkt vor mir. Sie sieht mich böse an. Ich mache die Augen zu und sage Mama, dass ich schlafen will. Mama sagt, dass sie eine Tasse Kaffe trinken geht.
Als Mama draußen ist, ziehe ich den Nachttisch ran. Er ist so schwer, aber ich schaffe es. Der Computer ist aus. Ich klappe ihn auf und mache ihn an. Meine Startseite ist Kulando. Nein, da will ich nicht hin. Ich mache den Explorer wieder zu.
Petra.... ich will mit Petra reden. Wo ist mein Handy? Es liegt nicht in der Schublade. Die Nummer steht irgendwo. Ich durchwühle die alten Emails. Petra, es geht ihr selbst nicht gut. Ich kann sie gar nicht anrufen. Ich fühle mich so alleine. Niemand ist da. Ich sehe im Posteingang 69 Mails, 47 davon sind Werbung von Banken, Penisverlängerung und irgendwelche Pillen. Ich frage mich, woher die meine Emailadresse haben. Die gehen doch wohl kaum bei mir im Blog danach suchen, nur um mir dann so einen Mist zu schicken.
Ich lösche die Werbemails und will Outlook zu machen. Ich sehe die Mail von A., sie ist von gestern. A. macht sich Sorgen. Ich muss mit jemandem reden, aber niemand wird verstehen, dass es meine Schuld ist. Ich habe Leo überredet. Das schreibe ich A.
Ich lege mich wieder hin und muss an Leo denken. Es tut so weh. Ich bin so müde. Schlafen,..... schlafen will ich.
Mir ist kalt. Mama ist wieder da. Ich liege jetzt auf der rechten Seite und kann Leos Bett sehen. Es tut nicht weh. Das lange Kissen, dass Schwester Isabelle in der Hand hatte, liegt in meinem Rücken und stützt mich. Es tut gut, nicht auf dem Rücken zu liegen, aber ich will nicht Leos Bett sehen. Sie fehlt mir doch so sehr. Ich will nicht so liegen. Das Kissen muss weg. Ich schaffe es nicht, ist so schwer. Mama kommt zu mir und fragt, ob ich Schmerzen habe. Nein, ich kann nicht liegen, sage ich. Warte, ich nehme das Kissen weg. Mama geht auf die andere Seite und zieht das Kissen unter meinem Rücken weg. Ich drehe mich auf den Rücken. So brauche ich Leos Bett nicht sehen. Mama streichelt mein Gesicht. Sie macht sich solche Sorgen. Warum sagt sie mir nicht, was mit Leo ist? Sieht sie denn nicht, was los ist?
Ich höre, dass eine Mail gekommen ist. Der Monitor ist dunkel. Ich taste mit meiner Hand zur Maus und der Monitor geht an. Werbung...... aber da ist eine Mail von A. Ich suche die Pfeiltasten und finde sie irgendwie. Vier Reihen tiefer. Ich schaffe es, den Balken nach unten zu bekommen und kann die Mail von A. lesen.
Was schreibt sie da? Ich soll meiner Mama oder dem Arzt oder der Psychologin sagen, dass ich das von Leo weiß? Nein, sie sagen mir doch auch nichts.
Sie schreibt, dass ich gar keinen Einfluss darauf gehabt habe, ob Leo operiert wird, egal was ich ihr geraten habe. A. muss es ganz genau wissen und sie würde mich nicht anlügen.
Das heißt, ich habe sie nicht in den Tod geschickt? Ich lese diese Zeilen immer wieder und fange an zu weinen. Leo, es tut mir so leid, dass ich Dir dazu geraten habe. Ich wollte nicht, dass Du stirbst.
Ich kann nicht mehr aufhören zu weinen. Mama kommt zu mir und nimmt mein Gesicht in die Hände. Sie will wissen, was ich habe, aber ich kann nicht sprechen, weil ich so weinen muss. Endlich! Mama sagt, dass sie sofort wieder kommt. Ich halte sie fest. Ich sehe Mama an, dass sie verzweifelt ist. Sie weiß nicht, was mit mir los ist.
"Leo..... sie fehlt mir so. Mama, ich weiß doch, dass sie tot ist und ich dachte, dass es meine Schuld ist."
Mama weint jetzt auch. Sie nimmt mich in den Arm und sagt, dass ich mich nicht aufregen darf. Ich sollte es nicht wissen, damit mich der Kummer nicht krank macht. Mama wiegt mich und wir weinen beide. Sie macht sich Vorwürfe, dass sie nicht gemerkt hat, was mich bedrückt.
Die Tür geht auf und Schwester Isabelle kommt rein. Sie geht zu Mama und legt ihr einen Arm um die Schulter. Dabei sieht sie immer mich und Mama an. Was ist passiert, will sie wissen.
Mama sagt mir, dass sie gleich wieder kommt. Sie geht mit Schwester Isabelle aus dem Zimmer.
Ich kann immer noch nicht aufhören zu weinen.
Schwester Pia kommt ins Zimmer. Sie redet mit mir, aber ich kann sie nicht verstehen. Sie misst Fieber, 39,7°C. und geht wieder raus.
Mama kommt mit dem Arzt zurück. Der Arzt setzt sich auf mein Bett und hält meine Hand. Ich höre, dass er was sagt, aber ich verstehe ihn nicht. Mir ist kalt. Ich weine nicht mehr. Ich sehe, dass der Arzt wieder etwas in die Infusion spritzt und ich schlafe ein.
Jetzt geht es mir besser. Mir ist nicht mehr kalt. Ich mache die Augen auf und sehe die Psychologin. Sie sieht mich an und lächelt. Ich weiß nicht, wie lange sie schon da sitzt. Sie will mir was erzählen, sagt sie und ich nicke. Die Psychologin erzählt mir eine Geschichte. Es ist Leos und meine Geschichte, nur heißen wir Pünktchen und Lena. Leo ist Pünktchen. Die Psychologin erzählt mir, dass Pünktchen Angst hat, weil sie weiß, dass sie sterben wird. Da gibt es aber auch noch Lena. Sie ist wie Pünktchens Schwester, wie sie sie immer haben wollte. Lena ist bei Pünktchen und geht nicht weg, obwohl beide wissen, dass Pünktchen sterben wird. Pünktchen ist froh, dass Lena da ist. Pünktchens Mama ist unendlich traurig, weil sie auch weiß, dass ihr Pünktchen sterben wird. Ihre Mama will Pünktchen aber nicht gehen lassen und will alles versuchen. Die Operation könnte Pünktchen Linderung verschaffen, aber es würde sie nicht retten. Pünktchen will diese Operation nicht, sie möchte jetzt lieber sterben. Pünktchens Mama will ganz fest daran glauben, dass ihr Kind wieder gesund wird, doch Pünktchen will jetzt über den Tod sprechen. Da ist dann Lena, die wie eine Schwester für Pünktchen ist. Lena hört Pünktchen zu und nimmt Pünktchen die Angst. Pünktchen glaubt nun, dass die Operation vielleicht doch gut ist, weil es sich lohnt, für jeden Tag zu kämpfen. Lena gibt Pünktchen die Kraft, die Pünktchens Mama nicht mehr hat. Pünktchen sagt ihrer Mama, dass sie die Operation jetzt doch will, auch wenn es nur für ein paar Tage oder Wochen ist, aber so lange will sie bei ihrer Mama sein. Am Tag der Operation, kann Pünktchens Mama nicht kommen. Sie hat keine Kraft mehr und muss selber mal zum Doktor. Lena ist bei Pünktchen und Lenas Mama auch. Pünktchen hat Angst, wie bei jeder Operation vorher auch, doch es ist nicht die Angst zu sterben.
Die Operation war für Pünktchen zu viel. Sie hat gar nichts mehr gespürt und durfte einfach einschlafen. Ihre Mama saß an ihrer Seite und hat sie gehen lassen. Nur weil Pünktchen vorher gesagt hat, dass sie die Operation möchte, weil sie noch Zeit mit ihrer Mama haben will, wird Pünktchens Mama die Kraft finden, über den Tod ihrer Tochter hinweg zu kommen. Lena hat Pünktchen sehr geholfen und ihrer Mama auch.
Während die Psychologin mir die Geschichte erzählt, laufen mir Tränen über das Gesicht. Ich verstehe, was sie mir sagen will.
A. hatte recht. Es ist genau das, was A. geschrieben hat.
"Pünktchen" wird mir fehlen. Es ist schön, dass sie nicht alleine war und ihre Mama sie gehen lassen hat.
Ich weine noch etwas und schlafe ein. Als ich die Augen wieder auf mache, bin ich allein. Mir fällt das Gespräch mit der Psychologin ein. Pünktchen..... Ich bin traurig, aber eigentlich haben alle recht. Pünktchen geht es jetzt gut.
Ich muss auch an A. denken. Wenn sie nicht dagewesen wäre, hätte ich wohl nie etwas gesagt. Ich ziehe den Tisch ran und muss eine Mail schreiben. A. soll sich keine Sorgen machen, es geht mir besser. Nachdem ich die Mail abgeschickt habe, öffne ich den Explorer. Kulando... Ich gehe auf meine Seite und lese, was ich geschrieben habe. Das Schuld-Gefühl ist noch ganz nah. Ich fange an, die Kommentare zu lesen. Claudia..., Jenny..., Klaus..., ich fange wieder an zu weinen.

Wir sind da...Hier sind unsere Hände, hier sind unsere offenen Herzen... Wir sind bereit dazu gemeinsam mit dir zu kämpfen.....nimm sie als Gegengeschenk!

Das schreibt Klaus und eigentlich auch alle anderen.
Ich lese weiter und bin total betroffen. Ursel, Susanne, Witha, K..., Claus, Laura, Angela, Sarah, Kerstin, Anke, Annika, einfach bloß ich, Kathy, Poppy.
Jetzt weiß ich, dass ich in den letzten beiden Tagen nicht alleine war. In Gedanken frage ich Euch, ob ihr denn nichts besseres zu tun habt, als mich zu "besuchen". Aber ich bin froh, dass es nicht so ist.
Mir geht es viel besser.
Als ich den Computer an die Seite schiebe, kommt Mama rein. Ich glaube, es geht ihr besser. Ich sage ihr, dass sie sich keine Sorgen mehr machen muss. Sie nickt und gibt mir ein Küsschen.
Ich bin müde, aber ich fühle mich gut. Ich sage Mama, dass sie nach Hause fahren kann. Sie muss jetzt auch Kraft sammeln und sie muss schlafen. Sie fragt mich, ob ich sicher bin und ich war mir noch nie so sicher. Bevor sie fährt, misst sie Fieber. Ich habe 38,4°C, das beruhigt Mama etwas. Ich sage ihr noch, dass sie vorsichtig fahren soll und schlafe ein.
Es kommt mir vor, wie ein Traum, aber es ist keiner. Ich höre Worte, kann sie aber nicht verstehen. Es ist nebelig und ich sehe Schatten. Jemand hebt mich hoch, aber ich merke es kaum. Es wird wieder dunkler und dann ist es still.
Ich mache die Augen auf und sehe die fremde Umgebung. Die geräte machen mir Angst und ich höre, dass mein Herz schneller schlägt. Ein Gerät piept und kurz darauf kommt eine Schwester mit Mundschutz. Sie sagt, ich soll keine Angst haben und fragt mich, wie ich mich fühle. Ich weiß es nicht. Ich glaube gut. Ich bin auf der Intensivstation, zur Überwachung. Um 2 Uhr nachts, hatte ich 40,2°C Fieber und mein Kreislauf ist zusammengebrochen.
Jetzt ist es auf 37,9°C. zurück gegangen und es geht mir gut. Ich will in mein Zimmer. Nichts spricht dagegen und ich werde entkabelt. Ein anderes Bett wird neben das, in welches ich liege, geschoben und ein Pfleger hebt mich ins andere Bett. Ich habe wieder nur ein OP-Hemd an und wieder sehe ich, dass ich eine Pampers um habe. Das ist peinlich, aber peinlicher wäre es gewesen, wenn ich ins Bett gemacht hätte. Ich war ja schon froh, dass ich den Blasenkatheter hatte, aber darüber wird ja eben nur die Blase geleert.
Für die Schwestern und Pfleger scheint es normal zu sein, für mich nicht. Ich kralle mir die Decke und decke mich schnell zu. Kaum liege ich, merke ich, dass ich sehr müde bin und schlafe auch gleich ein.
Als ich wach werde, kommt Schwester Ariane rein. Sie hat ein Frühstückstablett in der Hand. Das Frühstück war gerade vorbei, als ich wieder auf Station kam, aber Schwester Ariane, hat meins aufgehoben. Sie hilft mir, dass ich mich aufsetzen kann und ich sehe mir das Frühstück an. Es sieht gut aus und mein Mund tut gar nicht mehr weh. Ich will ein Brötchen essen. Als ich das Brötchen in die Hand nehme und es aufschneiden will, merke ich, dass ich kaum Kraft habe, das Brötchen zu schneiden. Schwester Ariane hilft mir. Sie macht mir das Brötchen fertig und fragt mich, ob ich noch etwas brauche. Ich war fast wunschlos glücklich. Leo müsste noch hier sein, dann würde alles stimmen. Aber Leo kommt nie wieder.
Ich esse ein halbes Brötchen und bin satt und glücklich. Ich fühle mich wohl und möchte es am liebsten allen sagen. Das mache ich auch. Ich hole mir den Tisch ran und mache den Computer an. Als erstes rufe ich meine Mails ab. Meine liebe Petra hat geschrieben. Ich wünsche mir, dass sie hier ist.... hier bei mir.
A. hat auch geschrieben, ich freue mich, das zu sehen. Ich mag sie ganz doll und sie ist mir sehr wichtig.
Es haben aber auch andere geschrieben. Menschen, die ich kenne und nicht kenne. Meine Laune wird immer besser. Dann gehe ich nach Kulando. Sie warten immer noch. Fedora, Helden-Ute, Bea, Laura, Ursel, Claudia, Andreas, Witha, bambi, Didem, Nici, mein Held *piep*, Annika, Uta, Kathy und Lampi.

Ich lese meinen letzten Eintrag und fange an zu schreiben. Es ist alles wieder da und ich kann nicht aufhören zu schreiben. Ich bin müde, aber ich will es fertig bringen.
Jetzt habe ich es geschafft, auch wenn ich 4 Stunden gebraucht habe. Mir geht es gut, auch wenn ich jetzt wahnsinnig müde bin. Bevor ich jetzt aber schlafe, werde ich eine Suppe essen.
Danke an Euch!

Kommentare

Kommentar Icon Ich bin so stolz auf dich!!!

Nici | 26.06.2006, 13:40

Hej Sonja!!! Ich bin so froh, dass du wieder schreibst!!! Die letzte Nacht hab ich mir den Kopf zerbrochen wie es dir geht...und darum freu ich mich umso mehr wieder von dir zuhören!!! Es war richtig deiner Mam zu sagen, dass du weißt das Leo gestorben ist...so kann sie doch auch noch besser für dich da sein...vorher wusste se doch überhaupt nicht was los ist! Und die Geschichte der Psychologin hat auch mich sehr berührt..sie muss eine unheimlich liebe Frau sein..schön, dass auch sie für dich da ist!!! Ich denke an dich!!! Ruh dich aus und schlaf schön!!! Deine Nici

Kommentar Icon So gefällst du mir wieder :)

Andreas | 26.06.2006, 13:43

Hallo Sonja,

schön das du wieder schreibst! Ich bewundere dich, mach weiter so und denke immer positiv, du kannst es und du wirst es schaffen. Wir sind alle im Gedanken bei dir!

Liebe Grüsse von Marina, Fedora, Daniel und mir

Kommentar Icon Du hast keine Schuld...

Yong | 26.06.2006, 13:49

Leo war sehr krank, das weiss niemand so gut wie Du. Du bist nicht Schuld an ihrer Krankheit und auch nicht an ihrem Tod.

Leos Mum wird nicht böse auf Dich sein. Denke doch einfach mal daran wieviel Freude Du Leo in ihren letzten Tagen geschenkt hast.

Es ist schlimm einen Menschen zu verlieren, den man gern gehabt hat. Sehr schlimm sogar. Aber Du darfst Dir nicht die Schuld an ihrem Tod geben.

Denk an die schönen Stunden zurück, die ihr gemeinsam hattet.

Kommentar Icon Lang ..

Ursel | 26.06.2006, 13:54

hab ich auch zum Lesen gebraucht (hab bißchen schwache Augen) und im Moment ist grad ein Handwerker hier und ich hab keine Ruhe. Ich melde mich gleich noch mal.
Jetzt nur: schön, dass du wieder da bist.
Alles Gute für dich!
Du bist ein ganz besonders lieber Mensch!
(((Sonja)))

Kommentar Icon oh sonja...

ute (mikesch) | 26.06.2006, 14:06

auch ich bin froh, dass du weiterschreibst. dein kummer und deine selbstvorwürfe sind sooo gut zu spüren, dass es wirklich mitreißt. ich war trotz des anfangs mit den selbstvorwürfen sicher, dass du nicht dort in der schuld-falle steckenbleibst, sondern dass es da schon neues und "seelenheilendes" bei dir gab...

deine traurigkeit wegen leo wird immer wieder kommen, mal weniger sein, mal wieder mehr...aber du hast ja von mehreren leuten zu hören bekommen, dass du keine schuld hast. KEINER hat schuld. sie ist gestorben. weil die krankheit zu schlimm war, weil die kraft einfach nicht mehr gereicht hat.

du hast die letzten tage wieder so sehr kämpfen müssen, der kummer hat dich geschwächt.

aber auf andere art und weise hat dich dein kummer auch stark gemacht, auch wenn du es jetzt wohl noch nicht spüren kannst. keiner will, dass ein anderer mensch stirbt. es ist unfair und schlimm. aber die trauer, die wir durch so einen verlust erfahren, bringt auch seiten in uns zum vorschein und saiten zum klingen, die es vorher so nicht gab.

hm, keine ahnung, ob das klar wird, was ich meine...
aber natürlich wär uns lieber, das schlimme müsste nicht passieren, damit wir bestimmte dinge erkennen können. ui, nee, das klingt jetzt verdammt esoterisch und abstrakt. eigentlich "ticke" ich so gar nicht... aber ich lass es mal so stehen.

jedenfalls hast du richtig gehandelt, als du leo getröstet und ihr mut gemacht hast. und als du deine mutter für sie geholt hast. es war goldrichtig.

leo hat es nicht geschafft und war schon zu schwach... aber sie hat noch mal gekämpft. und das war sicher nicht falsch!

du weißt ja, dass leonie ohnehin durch ihre krankheit gestorben wäre - nur der zeitpunkt wäre ein anderer gewesen.

sie fehlt dir so sehr... und das wird auch nicht so schnell vergehen. aber du hast etwas gewonnen, nämlich die zeit mit ihr, die freundschaft, die euch verbunden hat.

liebe sonja, ich bewundere dich dafür, dass du deine gefühle und die ereignisse der letzten tage aufgeschrieben hast.

vielleicht sagst du der psychologin mal, dass es für dich schlimm war, dass dir keiner gesagt hat, dass leonie gestorben ist - irgendwann erfährst du es eh, und die heimlichtuerei macht dich ja eher misstrauisch gegenüber den pflegern und ärzten. sie wollten dich schonen - weil sie wussten, dass leos tod für dich schlimm sein wird. und weil so viel kummer und trauer (plus noch deine selbstvorwürfe, wovon aber wohl keiner was wusste) eben deinen ohnehin geschwächten körper noch schwächer machen...trauer ist nämlich sehr anstrengend, schon für gesunde.

es war also gut gemeint. aber für dich war es nicht gut, weil du es als belügen empfunden hast und nicht als schonen. vielleicht kannst du das der psychologin ja sagen?

es ist ein warmer sommertag, ich muss gleich zur arbeit und denke mir grad, dass deine leukämie und alles, was dazugehört, auch ne riiiiiiesenarbeit und große aufgabe für dich ist: das zu überwinden und zu bekämpfen, ist ein vollzeit-job.

ich denke an dich und drück dich zumindest in gedanken ganz fest, du heldin und kämpferin.

gruß
ute

Kommentar Icon Ob wir nichts anderes zu tun haben??

Witha | 26.06.2006, 14:11

Nöö....
Im Moment gibt es nichts Wichtigeres als Dich....
Und jetzt geh ich auf dem Balkon eine rauchen und heul ein bisschen in meiner Mittagspause...
Welcome back...

Achja, und was das ins Bett pinkeln betrifft...ich könnte Dir da eine Geschichte erzählen von einer 45jährigen Ollen, die nachts wach wird, weil sie mal muss...sie geht schlaftrunken auf Toilette und als sie anfängt zu pinkeln....tja....da wird sie wach und bemerkt, dass sie noch gar nicht auf Toilette sitzt, sondern noch im Bett liegt....
Aber ich wär ja schön blöd, wenn ich das erzähle...das ist nämlich richtig peinlich....

Kommentar Icon

Claudia | 26.06.2006, 14:23

Du schreibst wieder. Das ist so schön. Ich hab noch nicht alles lesen können, will dich aber trotzdem grüßen.

Alles Liebe!

Kommentar Icon Ich nochmal

Ursel | 26.06.2006, 14:24

Jetzt ist der Handwerker eine Weile beschäftigt und braucht mich nicht.
Du hast in den letzten Tagen ja einiges durchgemacht (ich meine jetzt mal rein deine gesundheitlichen Probleme). Das tut mir so leid. Und bestimmt hat es dich noch viel stärker erwischt, als zu es zu einem anderen Zeitunkt gewesen wäre, weil du durch Leo's Tod noch mehr geschwächt warst.
Ich wünsche dir, dass es bald aufwärts geht.
______

Und nun noch was zu Leo. Ich versuche es mal in einem Satz auf den Punkt zu bringen.
Die OP war die einzige Chance für Leo überhaupt zu überleben.

Kommentar Icon JAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAA

Klaus | 26.06.2006, 14:26

Bist du gscheit ...uns allen so einen Schreck einzujagen...das machst bitte NIEEEEEE mehr.
Mein Gott was hab ich in den letzten Tagen damit verbracht daran zu denken wie es dir geht und irgendwie bin ich mir total hilflos vorgekommen...Ich in Österreich du irgendwo in Deutschland in einem Krankenhausbett....
Und endlich kann ich lesen das du wieder online bist und ich fühl mich viel besser. Wobei ich anmerken will, dass es eigentlich egal ist wie ICH oder WIR uns fühlen, sondern es eher darauf ankommt was bei dir Sache ist.

Ein langer Bericht ist es geweorden und ich hoffe dass das Fieber jetzt unten bleibt.

Ich bin übrigens ein wenig mit UTE in Kontakt, die solltest die ja auch kennen *ggg*.

Deine Frage will ich auch beantworten.
Doch ich hatte angesichts des schönen Wetters doch einiges zu tun und teilweise war es sogar wichtig. aber trotzdem hat es mich nicht davon abgehalten an dich zu denken und mehrmals täglich nachzusehen ob NEws da sind. Was ich immer gefunden habe waren die immer neuen Kommentare, Kommentare voller Trauer und Hoffnung. und von lauter Menschen denen du viel bedeutest ohne sie zu kennen, Menschen die deine Worte lesen, weil sie deren Bedeutung richtig erkennen und nicht aus Sensationsgeilheit lesen.

Und genau das hab ich gemeint, als ich geschrieben habe dass DU eine Mission begonnen hast. Wir lernen gerade...und ich denke wir lernen gut und verdammt viel.

Ich bin jedenfalls sehr stolz auf dich und wie ich es bereits geschrieben habe: Du hast unglaubliche Kraft.

Ich würd dir liebend gern meine Hand zu Hilfe reichen, nicht nur virtuell, sondern real. Möglicherweise schaff ich das eines Tages sogar.

Mein Wunsch von dir ein Mail zu kriegen ist immer noch aktuell und ich würd immer noch sehr gern den einen oder anderen Gedanken wälzen ohne ihn hier breittreten zu müssen. Sorry Leute, des is absolut nicht böse gemeint...

Ich freu mich, lache und könnt trotzdem sofort losheulen...

Lachend weinerliche Grüße aus Österreich
Klaus

Kommentar Icon

einfach bloß ich | 26.06.2006, 14:33

hey sonja :D
freut mich sehr, dass du weiterschreibst!
wie über mir schon gesagt... keiner ist schuld an leonies tod.
ausserdem freut es mich auch, dass es dir besser geht (du zB isst).
ich glaube, ich nerve vllt ein wenig, weil andere, die du kennst und die dich auch kennen, praktisch gesehen (fast) dasselbe schreiben, wie ich.
ich werde wieder zu einem stillen mitleser werden.... und ich bin mir sicher, davon gibt es mehrere :)
lg von mir (w, 14 ;D)

Kommentar Icon für pünktchen und lena

kathy | 26.06.2006, 14:33

Oh, was habe ich mich gerade gefreut, als ich deine Seite öffnete und erkannt habe, dass es einen neuen Eintrag von dir gibt. Schnell sind die Augen über deine ersten Buchstaben gewandert und ungeduldig wurde das Laden der Seite nach dem Klick auf das "weiter" abgewartet. Anfangs las ich die Worte mit Unsicherheit: Unsicherheit, ob deine Angst und dein Kummer immer größer werden mussten. Doch wie Ute schon schreibt, war schnell zu spüren, dass du Kummer und Angst nicht siegen lässt. Ich bin so stolz auf dich - ganz ehrlich. Tränen kullern auf die Tastatur. Tränen vor Mitgefühl & Traurigkeit wegen all dem Schmerz, der bei dir herrscht, aber auch Tränen der Freude, weil du nicht aufgibst, weil du sogar deiner Mama wieder Mut machen kannst und sagen kannst, sie solle sich keine Sorgen machen.
Nein, und Schuld hast du ganz und gar nicht. Deine Zweifel und Selbstvorwürfe nehme ich ernst, aber glaube mir: Da steckt nicht ein einziger Funke Wahrheit hinter --> gaaanz sicher nicht. Deine Psychologin hat mit ihrer Geschichte & gemeinsam mit A. vermutlich genau die richtigen Worte gefunden. Das freut mich sehr!! Und Leo hätte sich bestimmt auch gefreut!!
Traurige Momente kommen bestimmt immer wieder einmal. Aber du schaffst es, hinter ihnen wieder neue Freude und Zuversicht zu entdecken. Mach weiter so!!
Eine liebe & glückliche Umarmung, Kathy

Kommentar Icon @klaus

ute (mikesch) | 26.06.2006, 14:37

ich vermute mal, du meinst eine andere ute, mit mir hast du nämlich keinen kontakt...?

Kommentar Icon @Ute

Klaus | 26.06.2006, 14:41

Sorry, ich hab den Wuchstaben verbuchselt...ich meinte UTA...

Stimmt wir ham keinen Kontakt...was sich allerdings schnell ändern ließe...*ggg*

Kommentar Icon Wie schön, dich wieder zu "lesen"

Bea | 26.06.2006, 14:43

Liebe Sonja!

Wie schön, dass du wieder da bist. Und wie schön, dass du A. (ich denke, ich weiß, wer gemeint ist, sie ist wirklich eine ganz liebe und kluge Frau) um Hilfe gebeten hast. Jetzt geht es dir besser, darauf habe ich so gehofft.

Sonja, du bist natürlich nicht Schuld an Leo´s Tod. Wir können nicht voraussehen, ob unsere Entscheidungen gut oder schlecht ausgehen werden, deshalb können wir im Moment der Entscheidung nur nach bestem Wissen und Gewissen handeln und das hast du getan. Leo wäre so oder so gestorben, vielleicht waren ihre Qualen so weniger als wenn es noch länger gedauert hätte.

Das alles hat dich so viel Kraft gekostet, es ist schon erstaunlich, wie heftig der Körper auf seelische Belastungen reagiert.

Erhole dich jetzt ganz langsam, komm wieder auf die Beine. Ja, es war nicht richtig, dass man dir nicht die Wahrheit gesagt hat, das muss sich ändern, wie sonst sollst du Vertrauen in die Menschen entwickeln, die sich täglich um dich kümmern? Sag es ihnen nochmal deutlich. Sicherlich haben sie dich nicht zusätzlich belasten wollen, aber das war der falsche Weg. Aber alle dürfen auch mal Fehler machen, man muss nur darüber sprechen, sonst ändert sich nichts.

Wie schön, dass du wieder hier bist.

Alles Liebe

Bea

Kommentar Icon Du bist

Didem | 26.06.2006, 14:50

ein richtiges Löwenherz!!

Suppe ist gut für die Seele. Schlaf gut und träum schön.

Kommentar Icon Es ist einfach nur toll

Anni =) | 26.06.2006, 15:40

Liebe Sonja, ich bin soo unendlich froh das du wieder geschriebne hast! Vielen Dank! Mir fehlen jetzt auch nur die Worte und ich weiß nicht was ich schreiben soll, ich bewundere dich so sehr, ich hab echt Tränen in den Augen! Noc Gute Besserung meine süße Maus!

Kommentar Icon Du bist die Beste

Susanne | 26.06.2006, 15:47

Hallo Sonja!!
Schön was von dir zu lesen.Die Geschichte von der Phsychologin war schön,traurig und mit Wahrheiten gefüllt.Glaube mir deine Mutter wollte dich nur schützen,weil es dir eh schon so schlecht ging.
Aber wie ich schon sagte irgendwan denkst du an Leo und es tut nicht mehr weh und du nimmst nur noch das auf was ihr einander gegeben habt.
Schön das es dir etwas besser geht und du wieder auf der Station bist.
Nun erholle dich gut und komm wieder auf die Beine.
Auch ich habe oft geschaut ob du dich gemeldet hast.Schön das du jemanden per Mail gefunden hast der dir so toll helfen konnte.
Bis Bald Susanne

Kommentar Icon

Sarah | 26.06.2006, 15:54

Du bist der tapferste Mensch den ich kenne, Maus. Mehr kann ich ich im Moment einfach nicht sagen. Ich hab Dich einfach super lieb. Ich drück Dich.

Kommentar Icon Dich, wen sonst * smile *

Anke | 26.06.2006, 16:26

Liebe Sonja,
auch ich bin froh, dass du wieder schreibst. Es wäre schade gewesen, wenn du aufgehört hättest, denn es beschreibt dein Leben , an dem du hängst, deine Eltern und alle ,die hier lesen und kommentieren. Wir alle hoffen, dass es dir bald wieder besser geht.

Es ist für dich eine Biographie, die du noch vervollständigen und ergänzen kannst und wenn du sie später mal zur Hand nimmst und alles nochmal Revue passieren läßt, wirst du dankbar sein, alles Erlebte festgehalten zu haben ( auch wenn so manches recht unangenehm war, aber es sich gelohnt hat) und sagen kannst " das war einmal "

Nun erhol dich von den Strapazen, die sowohl psychischer als auch physischer Art waren, die du gestern und in den letzten Tagen hattest und sammel wieder neue Kraft. Ich schick dir meine dazu ( auch wenn ich nicht ganz so viel davon habe )
Alles Gute und Liebe weiterhin wünscht dir, Anke

Kommentar Icon Richtig froh..

OIga | 26.06.2006, 16:32

... bin ich, dass ich die letzten tage nicht in die nähe eines computers gekommen bin, sondern auf dem southside war. So hab ich erst heute lesen müssen (naja, oder viel mehr können) das du nicht mehr schreiben wolltest und habe erst jetzt mitbekommen, dass leo tod ist und du dir die schuld gegeben hast. So hab ich nur ein ganz kleines bissele geheult.
Jetzt stellt sich mir nur eine frage: Wie hältst du das aus, diese dinge zu erleben, wenn ich schon beim lesen heulen muss? Respekt und ganz liebe grüße

 
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