sonja | 08 Juli, 2006 16:58
Endlich liege ich in meinem Bett. Ich fühle mich wohl. Ich habe den Computer vor mir und schreibe. Ich schreibe und schreibe und schreibe und erlebe die letzten Tage noch einmal.
Die Tür geht auf und mein Arzt kommt rein. Er will sofort wissen, wie es mir geht und ob ich ihn vermisst hätte.
"Erst ja, aber dann habe ich einen ganz netten kennen gelernt." Natürlich sage ich ihm nicht, dass er Arzt im Praktikum ist.
"Was? Netter als ich? Dann muss ich mich noch mehr anstrengen."
Dann wird der Arzt wieder ernst und sagt, dass er mir versprochen hatte, mit mir zu sprechen. Ich überlege, ob ich ihm sagen soll, dass ich schon alles weiß, aber ich sage nichts. Ich lasse ihn einfach reden.
Er sagt mir etwas über Reflexe und Unterbewusstsein und wenn ich nicht wüsste, was er mir eigentlich sagen will, dann hätte ich keine Ahnung, wovon er überhaupt redet.
Ich unterbreche ihn und frage: "Warum sagen sie mir nicht einfach, dass meine Nerven kaputt sind und ich die Windel nicht gebraucht habe, weil ich Fieber hatte."
Der Arzt sieht mich an und nickt.
"Wer hat dir das gesagt?"
Ich sage ihm ihm, dass ich mit Mama darüber geredet habe und dass ich sogar verstehe, warum es mir vorher keiner gesagt hat. Dann frage ich ihn, ob man etwas dagegen machen kann oder ob ich mich jetzt mein ganzes Leben damit abfinden muss.
Er sagt mir, dass es einige Möglichkeiten gibt, aber dass er mir nicht sagen kann, wie weit wir das wieder hin bekommen, zumal ich noch einige Chemoblöcke vor mir habe.
Er erzählt mir noch ein paar Sachen, aber ich will nichts mehr hören. Der Arzt merkt das und sagt, dass er später noch mal wieder kommt, um mit mir darüber zu sprechen, wie es jetzt weiter geht.
Als ich alleine bin, fange ich an zu weinen. Es fällt mir einfach so schwer. Ich muss mich ablenken. Ich nehme meinen Computer und fange wieder an zu schreiben. Das Schreiben, geht wie von alleine, es ist so, als würde ich es jemandem erzählen.
Die Tür geht auf und Schwester Pia kommt rein. Sie möchte Blutdruck messen und Puls zählen. Natürlich sieht sie, dass ich traurig bin und fragt mich, ob es wegen dem ist, worüber ich mit dem Arzt gesprochen habe. Noch während ich mit Schwester Pia spreche, kommt die Psychologin rein.
Als sie sieht, dass ich mit Schwester Pia spreche, sagt sie, dass sie später wieder kommt, aber Schwester Pia sagt, dass wir gerade fertig sind. Die Psychologin sieht mich an und fragt, ob ich einen Moment Zeit hätte. Ich nicke und so geben sich die beiden die Türklinke in die Hand.
Als wir alleine sind, frage ich sie, ob der Herr Doktor sie schickt, doch sie verneint es. Sie fragt, ob er denn einen Grund hätte. Nein, ...... Wir sprechen etwas über die OP, dann kommt sie wieder auf den Satz, warum ich sie fragte, ob der Herr Doktor sie schickt. Sie möchte wissen, worüber wir denn gesprochen haben, dass ich das denken würde. Ich will es ihr nicht sagen. Ich will nicht wieder weinen müssen. Sie kann mir ja doch nicht helfen. Keiner kann das. Oh Gott, bitte jetzt nicht weinen. Bitte nicht. Ich denke krampfhaft an Mama und an Oma, aber es hilft nicht. Ich merke, dass mir Tränen übers Gesicht laufen.
"War es so schlimm?" Will sie wissen.
Ich sage ihr, dass ich es ja eigentlich schon wusste, was mir der Arzt gesagt hat, aber ich hasse es so sehr.
Nochmal fragt sie mich, worüber wir denn gesprochen haben. Natürlich, wie soll sie mich verstehen, wenn sie gar nicht weiß, wovon ich rede.
Ich sage ihr, dass meine Nerven kaputt gegangen sind und dass ich vielleicht nicht mehr wirklich merke, wenn ich auf die Toilette muss.
Die Psychologin fragt mich, warum ich vielleicht sage.
"Ich weiß nicht. Ich meine, eigentlich merke ich es ja, aber manchmal..... es ist anders. Es ist nur,.... wenn es noch schlimmer wird,.....
Ich sehe der Psychologin an, dass sie absolut nicht versteht, wovon ich überhaupt rede. Warum muss es denn so schwer sein?
"Bitte, ich will jetzt nicht reden." sage ich. Die Psychologin ist mir nicht böse. Sie sagt, dass ich immer zu ihr kommen kann.
Als sie weg ist, wühle ich in den Sachen und nehme den Brief von Leos Mutter. Ich lese ihn mir zweimal durch und will mir den Ohrring ins linke Ohrloch stecken. Meine Hände zittern wieder so sehr, dass mir der Nippel ins Bett fällt. Als ich ihn wieder gefunden habe, packe ich alles zurück in den Umschlag und lege ihn auf den Nachttisch zurück. Dann nehme ich meinen Computer und schreibe weiter. Ich will nicht mehr länger über meine Nerven nachdenken und schon gar nicht über Windeln.
Schwester Ariane bringt mein Mittagessen rein. Ich nehme den Computer vom Nachttisch aufs Bett, damit sie das Tablett auf den Tisch stellen kann. Hunger habe ich keinen. Ich will weiter schreiben. Nein, ich muss weiter schreiben. So denke ich über nichts nach. Tipp, tipp, tipp,....... nur nicht denken.
Als Schwester Ariane das Tablett abräumen will, sieht sie, dass ich es nicht angerührt habe.
"Hast du denn überhaupt keinen Hunger? Du hast noch nicht mal nachgesehen."
Nein, sage ich, ich habe jetzt keinen Hunger. Mama soll mir was anderes mitbringen.
Schwester Ariane nimmt das Tablett wieder mit raus und ich kann den Notebook auf den Tisch zurück stellen. So schreibt es sich besser.
Endlich kommt Oma. Ich habe so sehr gehofft, dass sie endlich kommt. Sie versteht mich. Ich drücke sie ganz fest und will sie am liebsten gar nicht mehr los lassen.
"Hast du darüber nachgedacht, worüber wir gestern gesprochen haben?"
"Ja,....ich kann das nicht."
"Du kannst nicht oder willst du nicht?"
"Beides" sage ich. "Oma, ich will diese blöden Windeln nicht."
"Mäuschen, bis jetzt hast du dich so tapfer geschlagen. Soll es nun daran scheitern? Es kann doch nicht schlimmer sein, als die ganzen Schmerzen, die du hattest."
Oma versucht so sehr mir zu helfen.
"Vielleicht weiß die Psychologin, was wir da machen können. Du hast doch gesagt, dass sie eine sehr nette Frau ist."
"Sie war gerade schon hier."
"Und was hat sie gesagt?"
"Nichts. Ich wollte alleine sein. Sie kann mir doch eh nicht helfen."
"Ist sie noch hier?"
Ich ziehe die Schultern hoch.
"Meinst du nicht, dass sie uns helfen kann?"
"Du musst aber dabei bleiben, Oma."
"Ich schau mal, ob ich sie finde." Oma geht los und sucht die Psychologin. Kaum ist Oma draußen, bin ich mir sicher, dass es keine gute Lösung war. Es ist doch sowieso schon schlimm, da will ich nicht noch darüber reden.
Oma kommt mit der Psychologin zurück. Ich sehe sie nicht an.
"Du weißt, dass ich hier bin, um dir zu helfen, nicht wahr?"
Ich nicke.
"Was ist es, dass dich so traurig macht?"
Ich schiebe die Decke an die Seite, ziehe das Hemd ein Stück höher und zeige ihr die Windel.
"Das!"
"Sonja, du bist krank. Leider ist es gar nicht mal so selten, dass das passiert. Was ist für dich so schlimm?"
Mach es, sag es, mach es, mach es,..... versuche ich mir selbst Mut zu machen.
"Was so schlimm ist? Ich hasse es, wenn ich so vor denen liege. Ich hasse es, wenn die mich wie ein Baby behandeln. Ich hasse es, wenn ich gar nichts mehr selber bestimmen kann. Ich hasse es, wenn die gucken und ich hasse es, wenn Wolfgang die Pflege macht."
Noch immer sehe ich die Psychologin nicht an, sondern verstecke mich bei Oma im Arm.
"Verstehe ich das richtig, dass es gar nicht um die Windel geht, sondern darum, dass du dich zur Zeit pflegen lassen musst?
"Ja, ich glaube schon."
Die Psychologin sagt, dass es für die Schwestern und Pfleger normal ist und sich gar nichts dabei denken.
"Vielleicht würde es dir helfen, wenn dich, nur so lange es noch nötig ist, aus jeder Schicht jeweils immer die gleiche Schwester pflegt. Soll ich mal mit Schwester Pia sprechen?"
Ich nicke und sage, dass ich aber nicht möchte, dass es Schwester Isabelle macht."
Kurz nachdem die Psychologin aus dem Zimmer gegangen ist, kommt Mama. "Mama, hast du mich noch lieb?"
"Ach Mäuschen, wie könnte ich dich denn nicht lieb haben?" Mama nimmt mich in den Arm und ich fühle mich viel besser.
Mama und Oma bleiben noch etwas und fahren dann nach Hause. Mir fällt mein Tagebuch ein. Ich hole es mir wieder ran und schreibe weiter. Kaum habe ich angefangen, geht die Tür auf. Mein Arzt kommt rein.
"Na das ging aber schnell." sage ich und grinse.
"Hast du mich vermisst?"
"Natürlich!"
"Das wollte ich hören." sagt er und setzt sich auf den Stuhl, auf den vorher Mama saß.
"Wir müssen besprechen, wie es weiter geht."
Eigentlich ist es jetzt das letzte, was ich hören will, denn in diesem Augenblick, geht es mir sooo gut. Aber es hilft nichts, da muss ich durch.
Der Arzt sagt, dass ich in den kommenden Tagen nach Hause kann. Der nächste Chemoblock steht an. Wir sind zwar etwas in Verzug, aber es läuft gut. Den nächsten Block, beginnen wir wieder mit der Knochenmarkpunktion und der Block sieht fast so aus, wie der letzte. Ich bekomme nur zusätzlich das Purinethol.
Nachdem wir den Plan durchgegangen sind, legt der Arzt ihn auf meinen Tisch und fragt mich dann, wo ich mich denn den ganzen Tag im Netz aufhalte. Schnell klappe ich den Notebook etwas runter und sage, dass es privat ist.
"Oh, dann will ich es nicht sehen."
Er wünscht mir noch einen schönen Abend und verschwindet.
Und dann geht es weiter. Tipp, tipp, tipp,...... fast bis zum Abendessen. Fertig! Eigentlich ist heute schon wieder so viel passiert, dass müsste ich gleich noch dazu schreiben, aber ich habe keine Lust mehr. Jetzt will ich lesen. Einen Blick habe ich ja schon auf die ganzen Kommentare geworfen, aber jetzt will ich sie richtig lesen. Auf nach Kulando, Artikel rein und lesen.
Schwester Nicole kommt rein und ich nehme den Computer auf mein Bett. Ich habe einen Bärenhunger und schaue nach, was es leckeres gibt. Das ist nicht das, worauf ich Hunger habe. Pizza! Die möchte ich jetzt haben. Eine richtig saftige Pizza.
Schwester Nicole fragt, ob ich keinen Hunger habe und ich sage ihr, dass ich sogar großen Hunger habe, nur nicht auf das, was da drauf ist. Sie fragt mich, was ich denn jetzt essen könnte und ich sage ihr, dass ich mindestens 5 Pizzen mit Thunfisch essen und danach einen leckeren Milchshake trinken könnte.
"Ich komme sofort zurück." sagt sie und geht raus. Na ich glaube kaum, dass sie hier eine Pizzeria haben.
Schwester Nicole kommt mit einem Thunfischsandwich zurück und ich hätte sie knutschen können.
"Hmmmm...... lecker..... mampf..... mampf" Ich schaffe sogar das ganze Sandwich und fühle mich herrlich. Ja, ich bin glücklich und pappsatt. Ich lege mich zurück und schlafe auch sofort ein. Es war nur ein kleines Nickerchen, denn als ich wach werde, ist Schwester Nicole im Zimmer, um das Tablett zu holen.
"Habe ich dich doch geweckt?"
"Das macht nichts." sage ich.
"Dann können wir ja gleich mal versuchen, ob das mit dem Aufstehen schon klappt."
"Au ja, im Sessel saß ich ja auch schon."
Schwester Nicole sagt, dass sie gleich wieder da ist und ich freue mich riesig. Ich sehe mich schon zuhause. Jetzt wird es bestimmt nicht mehr lange dauern.
Nur bei Schwester Nicole, dauert es noch eine Weile, bis sie kommt. Ich bin ganz ungeduldig. Dann ist sie endlich da. Ich schlage die Decke zurück und sie sagt, dass sie erst mal gucken muss, ob auch alles frei liegt, nicht dass wir was raus reißen. Die Magensonde stöpselt Schwester Nicole ab und den Rest vom Schlauch, lege ich mir über die Schulter nach hinten.
Alles ist OK und ich setze mich langsam ganz auf. Die Schmerzen sind gar nicht mehr schlimm. Ich mache alles alleine. Ich schiebe die Decke jetzt ganz an die Seite, stütze mich ab und drehe mich zur Seite. Dann lasse ich meine Beine runter und sitze auf der Kante. Dann merke ich, dass ich muss. Oh je! Ich sage Schwester Nicole, dass ich muss. Ganz dringend. Schwester Nicole geht aber nicht, sondern fragt mich erst, ob mir schwindelig ist.
"Nein, ich muss!"
Jetzt geht sie, um die Pfanne zu holen. Das hätte ich nicht essen dürfen. Schwester Nicole hat mich noch gewarnt.
Ich warte und warte und dann ist es zu spät. Schwester Nicole kommt mit dem Toilettenstuhl, damit ist es schneller gegangen wäre, aber sie findet nur noch ein Häufchen Elend vor. So fühle ich mich. Schwester Nicole will mich trösten, aber sie soll einfach nur ruhig sein. Am liebsten will ich mich ganz tief in einen Wald verstecken. Ich schaffe es noch nicht alleine und so muss ich mir von Schwester Nicole helfen lassen. Als alles frisch ist, setzt sie noch mal an, um mir zu erklären, dass es wahrscheinlich nur vorübergehend ist, aber ich will nichts mehr hören. Sie redet aber weiter und sagt, dass ich mich nicht jedesmal so runter ziehen darf. Ich weiß ja, dass sie recht hat. Als sie eine frische Windel raus holt, legt sie die wieder an die Seite und fragt mich, ob ich mal versuchen möchte, aufzustehen und bis zum Waschbecken zu laufen. Ich nicke und Schwester Nicole hilft mir diesmal, damit ich mich wieder auf die Bettkante setzen kann. Dann stellt sie sich vor mir, so dass ich mich bei ihr festhalten kann. Ich rutsche von der Kante und stehe. Es klappt richtig gut. Schwester Nicole macht einen Schritt nach hinten, so dass ich einen nach vorne machen kann. Ich bin etwas wackelig auf den Beinen, aber ich laufe bis zum Waschbecken. Es ist prima. Am Waschbecken, setze ich mich auf den Stuhl und Schwester Nicole sagt, dass ich mich ab jetzt wieder selbst Waschen kann. Ich muss mich noch mal an den Waschbecken stellen und Schwester Nicole holt die Windel. Dabei muss sie mir noch helfen, aber diesmal ist es nicht peinlich. Ich wasche noch Gesicht und Oberkörper und Schwester Nicole schüttelt mein Bett auf. Dann lege ich mich wieder hin und mache den Fernseher an. Ich bin viel zu müde, um wirklich zu gucken. Es dauert auch nicht lange und ich schlafe ein. Ich schlafe die ganze Nacht, ohne Alpträume, ohne Angst und ohne Herzrasen.
Am Freitagmorgen, fühle ich mich gut. Ich werde genau in dem Moment wach, als Schwester Pia rein kommt. Sie merkt sofort, dass es mir gut geht und fragt mich, wo ich denn die andere Sonja gelassen habe. Ich frage sie, ob ihr die denn besser gefallen hat und sofort schüttelt sie den Kopf.
"So gefällst du mir viel besser. Hast du gut geschlafen?"
Und ob ich das habe. Wir gehen die Werte durch und als sie sagt, dass sie gleich zur Pflege kommt, sage ich, dass sie mir doch eben helfen kann, dass ich zum Waschebecken komme.
Ja, gerne, sagt sie und stellt einen Stuhl bereit. Zusammen mit Schwester Pia, schleiche ich zum Waschbecken und setze mich auf den Stuhl. Es klappt schon richtig gut. Endlich kann ich mich wieder alleine waschen und am liebsten würde ich jetzt duschen. Als Schwester Pia zurück kommt, bin ich fertig. Sie macht schnell mein Bett und kommt dann zu mir, geht aber wieder zurück und bringt eine Windel mit. Sie sagt, dass wir die nicht vergessen dürfen.
"Nein,...... wie könnte ich?"
Und dann wird es lustig. Sie zeigt mir, wie ich sie alleine anziehen kann. Schade, dass ich mein Handy nicht zur Hand habe. Schon lange, habe ich nicht mehr so gelacht. Schwester Pia sieht einfach zum Schießen aus. Sie hat sich eine Windel genommen und zeigt mir, wie man sie ohne fremde Hilfe anzieht. Jetzt steht sie da, mit einer Windel über ihrer Hose und wir lachen uns halb tot.
Aber nun bin ich dran, was dann wieder weniger lustig ist. Ich mache es ihr nach und trotzdem müssen wir beide lachen und weil es ja immer so sein muss, geht die Tür auf und der Arzt kommt rein. Schwester Pia und ich sehen uns an und dann bekomme ich fast Bauchschmerzen vor lachen.
"Oh" sagt der Arzt, "darf ich mit machen?" Und dabei sieht er Schwester Pia immer wieder auf die Hose. Es war herrlich.
Ich lege mich wieder ins Bett und der Arzt sagt, dass er doch bald vergessen hätte, weshalb er gekommen ist.
"Ja, jetzt fällt es mir wieder ein. So wie es aussieht, kannst du Montag nach Hause."
"WAS?" Ich kann nicht glauben, was ich da höre.
"Nach Hause?" Jetzt kann ich nicht anders und fange an zu weinen. Ich darf nach Hause? Mama,.... ich muss sofort Mama anrufen. Nein, vielleicht schlafen sie noch.
Erst nach dem Frühstück, rufe ich zuhause an. Mama geht ans Telefon und als ich ihr alles erzählt habe, habe ich Natalia am Hörer. Sie hört sich so gut an und auch ihr sage ich, dass ich Montag vielleicht schon nach Hause komme. Es tut gut, sie so fröhlich zu hören. Sie sagt mir, dass Oma eine Überraschung für sie hätte und sie darum nicht zu mir kommen könnte. Ich freue mich so für sie.
Bis zum Mittag, lese ich die neuen Kommentare und mache mir auch viele Gedanken darüber.
Erst als mein Mittag kommt, lege ich alles an die Seite. Hunger habe ich mittlerweile keinen mehr, aber ich will nach Hause. Es gibt Fisch und Fisch soll gesund sein.
Als am Nachmittag Mama kommt, bin ich etwas traurig, dass Papa nicht dabei ist und heute auch nicht kommt. Mama sagt, dass er doch arbeiten muss und erst Morgen kommt.
Mama hilft mir, dass ich mich anziehen kann und dann gehen wir eine kleine Runde über den Flur. Die Runde ist wirklich sehr klein. Wir laufen nur etwa 7 Meter von meiner Tür weg und kommen dann zurück.
Sorry, aber heute habe ich keine Lust mehr zu schreiben, auch wenn ich immer irgendwie einen Tag zurück hänge.
L.Rosenplenter | 08.07.2006, 17:11
Nici | 08.07.2006, 17:25
Hej Sonja!! Gerade hab ich das Soduko bei deinen Links fertig und schon ist ein neuer Beitrag von dir drin!!! Es freut mich, dass es dir so gut geht und vor allem, dass du wieder lachen kannst!!! Schwester Pia in Windeln hätt ich auch gern gesehen *kicher*
Schön, dass du jetzt mit deiner Ma und der Psychologin gesprochen hast...du hast ja bemerkt, dass es die richtige Entscheidung war...Natalia geht es ja auch besser!!! Hab ich shon mal geschrieben, dass deine Oma wirklich eine tolle Frau ist!!! Schön, dass sie sich auch so liebevoll um dich kümmert!!!
Grüß deine Family ganz lieb von mir!!! Und mach dir keine Sorgen...ich find deine Beiträge immer toll!!! Ach und....deine Papa hat dich hundertpro immer noch total lieb!!! Ich wünsch dir noch ein wunderschönes Wochenende!!! Und ich drück dir die Daumen, dass das am Montag klappt!!! Nächsten Samstag werd ich dann erstmal alle Einträge der nächsten Woche lesen...da ich am Montag nach Polen auf Kursfahrt fahre!!! In Gedanken nehme ich dich mit...dann kannst du dich am Strand ausruhen!!!
Sei ganz lieb geknuddelt,..deine Nici
Ursel | 08.07.2006, 17:37
ein Eintrag von dir. Den werde ich jetzt erst mal in aller Ruhe lesen.
Schöööön, dass du hach Hause darfst.
Julia | 08.07.2006, 17:59
Liebe Sonja,
ich freue mich so für Dich, daß es am Montag nach Hause geht. Hat der Arzt dann gesagt, wie lange Du nach Hause darfst? 1 Tag, 2 Tage, 3 Tage? Oder sogar länger?
Ich finde es richtig und sehr stark von Dir, daß Du sowohl mit der Psychologin als auch mit Deiner Mutter über alles geredet hast. Es war bestimmt richtig und Deine Mutter hat doch auch toll reagiert! Du hast wirklich eine ganz tolle Familie inklusive Oma! Hast Du denn mit Kata noch Kontakt? In letzter Zeit hast Du davon nichts geschrieben. Wann ist denn diese ganze Geschichte "passiert"?
Das mit den Nerven und der Windel, das wirst Du wieder hinbekommen... Du bist bisher so stark gewesen! Hier brauchst Du jetzt "einfach" viel Geduld. Und daß Du Dich nicht von Wolfgang pflegen lassen möchtest, kann ich gut verstehen. Obwohl es für ihn einfach nur Routine ist und er sich ganz bestimmt nichts (schlimmes) dabei denkt. Ich habe mein ganzes Studium in der Pflege gearbeitet und ganz viele erwachsene Patienten gewaschen, gewindelt und gepflegt und man denkt sich dabei nicht: "Hihi der braucht eine Windel" oder ähnliches. Andererseits fanden viele Männer es total "hot", wenn ich sie als junge Blondine überall gewaschen habe. Manchmal fand ich es so unangenehm und teilweise ekelig, daß ich einen männlichen Kollegen geholt habe...
Ich wünsche Dir weiterhin gute Besserung und hoffe, daß es Dir weiterhin jeden Tag besser geht... Und für zuhause wünsche ich Dir eine paar gaaaaanz schöne Tage, gute Erholung und viele leckere Pizzen und Milchshakes!
Einen ganz lieben Gruß,
Deine Julia
ute (mikesch) | 08.07.2006, 18:04
:-)
klingt gut, was du schreibst...dass du jetzt wieder selbst am waschbecken sitzen kannst und ihr diese windelanziehsession gemacht habt.
und auch die gespräche mit deiner oma, mit dem arzt, mit der psychologin und deiner mutter waren gut, wenn auch zm teil ganz schön schwierig für dich.
heut verschon ich dich und schreib dir keinen langen kommentar, sondern nur meine besten wünsche.
ich hoffe, dass du weiter lachen kannst - als ausgleich zum weinen. ist beides wichtig, hat beides sinn...
bis bald!
es grüßt dich ganz herzlich
ute
Laura | 08.07.2006, 18:50
Liebe Sonja,
heute hält sich mein Eintrag mal in Grenzen. Der gestrige war ja schon ewig lang!
Wollte dich nur wissen lassen, dass ich sehr stolz auf dich bin! Warum? Da du es der Psychologin erzählt hast und auch deiner Mama! Und zweitens, weil du dich alleine waschen kannst! Super! ;)
Ausserdem freuts mich wahnsinnig, dass du schon am MO nach Hause darfst! Geniess das Wochenende! Liebste Grüsse, Laura
Nici | 08.07.2006, 18:54
Hej Sonja ich bins nochmal!!!
Man hab ich mich gefreut, als ich deinen Kommentar gelesen habe!!!! :) Klar bring ich dir Sand mit!!! Werd ganz viel an dich denken...und laut Wetter bericht soll es wieder sehr schön werden!!!
Ich knuddel dich!!!
Deine Nici
Chinaladen | 08.07.2006, 19:02
ich bin richtig froh - alle Probleme sind gelöst! Naja, fast alle, gelle!
Aber die bedrückende Situation mit Deiner Schwester, mit der Geschichte mit Kata, das schreckliche Schweigen... das alles hast Du jetzt bewältigt. Du wirst sehen, ab jetzt ist Deine Seele freier, da werden einige Deiner körperlichen Probleme mitschwinden.
Bist eine richtig tapfere junge Person!
Hab viel Spass zu Hause und ich bin sicher, die Überraschung von Deiner Oma ist toll. Deine Oma ist überhaupt ganz toll ;)!
Heidrun | 08.07.2006, 19:39
Liebe Sonja,
es ist schön, wenn wir dir ein klein wenig helfen können und du uns vermisst, wenn wir mal nicht mit zur Kardiologie kommen.
Aber wenn du merkst, dass du durch emails oder Kommentare negativ (!) ins grübeln kommst, dann denke immer daran, dass wir hier "nur" deine virtuellen Freunde sind. Wir versuchen alles, um dir zu helfen, aber deine Familie, die dich im "richtigen Leben" kennt und die großartige Psychologin, die sind am Ende viel wichtiger!
Nimm' von uns immer nur das Positive mit, lass dich von eventuellen Kritikern nicht runterziehen! Du hast ja jetzt erlebt, wie gut das tut, wenn man den ganzen qüalenden Kram mal abladen kann. Das war sicher hier für dich gut, aber viel wichtiger bei deiner Oma und jetzt bei deiner Mutter und der Psychologin.
Ich werde weiterhin ganz liebe Gedanken schicken und bin aber gleichzeitig riesig froh, dich in so guter Obhut zu wissen!
Genieß' deinen "Heimaturlaub" mit viel Hühnerfrikassee und Pizza! Hihi.
Papa-Bär | 08.07.2006, 19:53
Hallo Sonja,
Kopf hoch hier ein Gedicht für Dich (ist zwar nicht von mir, aber ich finde es trotdem passend...)
Gib nicht auf,
kleine Blume,
du wirst blüh´n
Für die Tapfere Sonja
Laura | 08.07.2006, 20:07
Dies ist ein Tagebuch! Und zwar das Tagebuch von SONJA! Sie schreibt hier ihre Gedanken, Erlebnisse und Emotionen auf! NIEMAND hat das Recht darauf negativ zu reagieren! Es ist ihr Blog! Ich kann mir gar nicht vorstellen, dass hier irgendjemand negatives schreibt! Ihr solltet euch freuen an diesen tollen Einträgen teilhaben zu dürfen und Sonja nichts Belastendes schreiben! Kritik ist ja ok, aber in diesem Fall mehr als unangebracht! Sonja hat genug Probleme und braucht nicht noch negative Emails, die sie belasten! Also bitte!!!
Sonja | 08.07.2006, 20:38
Natürlich mache ich mir Gedanken, über die Mails, aber in dem Fall, war es ja sogar richtig. Ich habe lange überlegt und gegrübelt, aber ich habe auch verstanden, dass ich es nicht nur für mich schreibe. Eigentlich bin ich sogar froh, dass man mich mit der Nase darauf gestupst hat. Ich ärgere mich nur, dass ich da nicht selbst dran gedacht habe. Nun gut, ich kann es nicht rückgängig machen.
Ich wünsche euch einen schönen Abend.
Ach ja: Papa-Bär Danke! Aber ich melde mich auch noch.
sanne | 08.07.2006, 20:42
super, ich freue mich so sehr, das es dir besser geht und du am montag nach hause darfst. tut dir sicher gut eine kleine erholung vom "knast"...grins! lass dich schön verwöhnen von deinen lieben. ich hoffe wir lesen bald wieder von dir...
lg sanne
p.s. lass dich nicht so runterziehen von menschen, die kritisieren was du schreibst. du bist ein tolles mädchen!! sanne
Laura | 08.07.2006, 21:50
aber das musste ich mal sagen! Keine Angst, wir werden nicht streiten! Will nur nicht, dass du emails bekommst, die dich belasten oder traurig machen!
ALLES IST GUT! ;)
Liebe Grüsse, Laura
Klaus | 08.07.2006, 22:28
na da schau ich aber. da kann sich doch eine ganz Süsse glatt über eine Windel so richtig krumm lachen...das is schön zu lesen.
Und der Urlaub daheim wird sicher auch prima werden. Das eigene Bett, die eigenen vier Wände und so richtig mal die Seele baumeln lassen und verwöhnt werden...gute sache...wird dir gut tun, da bin ich mir sicher.
Unglaublich was du da wieder alles geschrieben hast. Ich finds echt toll, dass du dir mit dem schreiben luft machst. Ich hab mir so in der letzten zeit des lesens und schreibens hier bei deinem blog manchmal gedacht, was ICH tun würde wäre ich in einer ähnlichen Situation. Ich würde es mir wirklich für mich selber wünschen, dass ich dann auch den Mut und die kraft hätte ebenfalls meine geschichte loszuwerden. aber ich denke, ich würds wohl ned schaffen....
und drum ....es hat ja auch schon jemand geschrieben...ich denke du schreibst für DICH...und hast halt das Pech oder Glück das du viele leute damit konfronierst...positv ( die meisten) und eben einige wenige eben auch negativ...mmmhhh...ein tipp von mir für die zweite kategorie der menschen hier....nützt eure Zeit doch sinnvoller, so wie es euch besser gefällt....geht was trinken bis ihr nicht mehr klar denken könnt (wird wohl wenig alkohol nötig sein in dem fall) oder nehmt große steine und schlagt solange drauf bis ihs sand habt...oder was weiß ich...aber spart euch euere mails...DANKE.
aber zurück zu dir Löwenherz...Alles gute...lache weiter...lass es dir gut gehen...ich freu mich drauf wieder von dir zu lesen...
ich drück dich.
klaus
Witha | 08.07.2006, 23:29
einfach nur erstaunlich....Du lehrst uns einiges, weißt Du das?
Und wenn der ganze Sch....ß hinter Dir liegt und Du Dein Buch fertig hast *gg* kaufe ich es mehrmals....und verschenke es weiter....und das eine mit der persönlichem Widmung *smile*, das behalte ich selbst....einfach um es immer wieder zwischendurch zu lesen, wenn ich einen Tritt in den Hintern brauche....
Ich ziehe meinen "Hut" vor Dir.....
Und das mit der Windel....was solls....Du wirst sie irgendwann loswerden, und ich irgendwann damit rumlaufen....
Faxl007 | 09.07.2006, 10:15
Hallo Kleine du hast in zwei tagen den grösten schritt für deine Gesundheit gemacht
du hast alles abgelegt was dich belastet nd das ist absolute klasse, das mit der windel ist auc bald gegessen den du merkst das du pipi must und das zeigt das die nerven noch voll oky sind und nur etwas treniert werden müssen, du wirst sehen das in 5-8 tage fast alles wieder im normalen bereich ist und du alles wieder tun kanst, deine positiven gedanken werden dir helfen die angst zu besiegen den du bist nicht aleine und das ist gut so, sage was du denkst und dan kann dir geholfen werden , mama kan dir nicht den Apffel vom Baum Plücken wenn sie nicht weiss das du ihn gerne möchtes
ich hoffe du verstehst
deke mal drüber nach wenschen vortschritt du gemacht hast als deine Angst wegefallen ist, ich freue mic sehrdas es dir viell besser geht und bald bist du wieder gesund, also wen du bedenke oder sogen hast vertraue dich jemanden an, am besten Mama oder Oma
Sei mal Lieb Gedrück
Gruß Faxl00
Faxl007 | 09.07.2006, 10:51
Hallo Sonja Hallo Laura
Kein Streit
ich denke etwas negativ kritik ist schon gut, den so hatt sich Sonja angefangen nachzudenken, und gemerkt das es gut tut alles lasten abzulegen, was bringt es
wir hier im net wissen alles was Sonja bedrückt, aber die die wirklich helfen können wissen nicht, nun wissen sie es und können Helfen
1000 Liebe
Grüße von Faxl007
Bea | 09.07.2006, 11:17
Guten Morgen liebe Sonja,
wusstest du, dass das Wort "Krise" aus dem Griechischen kommt und übersetzt so viel wie "Reinigung" bedeutet? Ich hatte ja schon mal geschrieben, dass ihr euch gerade in einer schweren Krise befindet. Aber in solch einer Krise bewegt sich immer sehr viel, es kommen Dinge in Gang, die sehr weh tun und wenn der absolute Tiefpunkt überschritten ist, dann ist der Weg frei für Schritte nach vorn, für befreiende neue Gedanken und Taten. Und so war es jetzt auch bei dir. Du hast den Tiefpunkt überwunden und in deiner Krise hast du gemerkt, dass du deine Sorgen loswerden musst, dass du darüber sprechen musst. Das ist gemeint mit dem Wort "Reinigung", du hast deine Seele gründlich gereinigt und nun fühlt sich alles frischer und leichter an.
Ich freue mich riesig für dich, dass es diese verständnisvollen Menschen um dich herum gibt. Und dass du nach Hause darfst ist wunderbar, du wirst dich bestimmt endlich mal wieder erholen können.
Ich finde es sehr klug, was die Psychologin zum Theme Geheimnisse und petzen gesagt hat.
Bis bald liebe Sonja.
Bea
Susanne | 09.07.2006, 13:05
Hallo sonja!!!!
Leider können viele Leute negative Sachen nicht vertragen aber das soll nicht dein Problem sein.Wenn du merkst das einer in seiner Mail dich negativ kritisiert lese sie nicht zu ende und lösche sie einfach.Keiner hat das Recht dir vorzushreiben was du schreiben darfst oder was nicht.
Du schreibst dir so alles von der Seele und für andere ist es auch bestimmt sehr hilfreich.Viele junge Mädchen denen soetwas passiert ist sprechen nicht darüber und das erlebte läßt sie ein Leben lang nicht los.Vieleicht lesen auch solche betroffene deine Einträge und trauen sich dann auch sich die Sorgen von der Seele zu reden und wieder für schöne Dinge zu leben.
Auch wenn bei dir Nerven beschädigt wurden darfst du den Kopf nicht hängen lassen.Warte erst mal ab und wenn es dann so weit ist wirst du sehen wo du stehst und was das Endergebnis ist.Vieleicht bessert sich vieles noch und dann waren viele deiner Tränen und deiner Traurigkeit umsonst.
Michelle konnte damals über Wochen keinen Schritt mehr gehen weil sie solche schmerzen dabei hatte und später weil die Muskeln sich zurück gebildet hatten.Ich weiß nicht mehr wnn sie das letzte Vincristin bekommen hat aber erst jetzt fängt sie an wieder richtig kontroliert zu gehen also mindestens 1,5 Jahre nach dem Ganzen.Manches braucht einfach Zeit und viel Geduld,ich weiß das fällt einem sehr schwer aber es ist nun mal so.Bis Michelle wieder richtig beide Beine belasten kann wird auch noch viel Zeit dahin gehen.
Klaus hat recht mit dem Löwenherz und ich finde es ist die richtige Beschreibung für jemanden der so tapfer und taff ist wie du.Bleib so wie du bist.
Laß es dir zu hause gut gehen und genisse es so richtig.
Viele liebe Grüße Susanne
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Hallo liebe Sonja, ich freue mich irre doll für Dich das Du am Montag endlich mal wieder zu Deiner Familie nach Hause kannst. Sicher werden Dich alle verwöhnen und Du kannst das KH wenigstens mal für ein Weilchen vergessen. Hab ganz viel Freude und genieße es in vollen Zügen. So kannst Du auch ein wenig Kraft für die Zukunft sammeln.
Sei sehr lieb gegrüßt von Laura Rosenplenter